Unsere Monatssuppen – Geschichten im Topf
Essen erzählt Geschichten.
Manchmal leise, manchmal ganz direkt.
Unsere Suppen begleiten die Kultursaison durch das Jahr – und greifen auf, was auf der Bühne, in Lesungen oder Konzerten passiert.
Dabei geht es uns nicht um „Originalrezepte“, sondern um Verbindungen:
zwischen Regionen, Zeiten und Menschen. Und natürlich um das, was hier wächst.
🌿 Mai – Frankreich in Brandenburg
Die Saison beginnt mit französischen Einflüssen:
Die Künstlerin Loulia Esteves eröffnet die Kultursaison, ein Kammerkonzert mit französischem Barock beschließt den Monat Mai. Und auch Brandenburg selbst ist an vielen Stellen von Frankreich geprägt.
Friedrich de la Motte Fouqué, dessen „Undine“ bis heute gelesen wird, entstammte einer Hugenottenfamilie. Die Hugenotten brachten nicht nur ihre Kultur, sondern auch landwirtschaftliches Wissen mit in die Region – darunter Spargel, Blumenkohl oder Hülsenfrüchte wie die Ackerbohne.
Unsere Suppe greift genau das auf: Frühlingsgemüse, das längst heimisch geworden ist.
🥔 Juni – Nähe zu Polen
Steinhöfel liegt näher an Polen, als man oft denkt (jedenfalls näher als an Berlin!).
Christa Wolf, deren Texte diesen Monat begleiten, wurde nur rund 90 Kilometer von hier entfernt geboren – im heutigen Polen.
Die Küche der Region kennt keine klaren Grenzen.
Unser Eintopf aus Sauerkraut, Weißkohl und Kartoffeln ist in Schlesien genauso zu Hause wie in Brandenburg: einfach, kräftig und seit Generationen gekocht.
🌾 Juli – Brandenburg früher
Im Juli richten wir den Blick auf die eigene Landschaft.
Theodor Fontane hat sie durchwandert und beschrieben – und dabei oft das Einfache geschätzt.
Dazu passt eine fast vergessene Kulturpflanze: Buchweizen.
Anspruchslos, robust und lange Zeit ein wichtiger Bestandteil der regionalen Ernährung. Heute wird er wieder angebaut – und zeigt, wie viel in alten Sorten steckt.
Unser Eintopf ist schlicht, sättigend und genau das, was man nach einem Tag draußen braucht.
🍚 August – Die 1980er und das Unterwegssein
Der August steht im Zeichen der 1980er – und von Geschichten wie Das Boot.
Auf Reisen und besonders in U-Booten musste Essen vor allem eines sein: haltbar, einfach und zuverlässig.
Ein klassischer Reiseeintopf verbindet genau das: Kohlenhydrate, Gemüse und Zutaten, die sich lange lagern lassen – wie getrocknete Pilze oder Hülsenfrüchte.
Reis gehört traditionell dazu.
Bei uns kommt er nicht von weit her, sondern aus der Region – angebaut in ehemaligen Karpfenteichen im Naturschutzgebiet.
🌍 September – Verbindungen in die Welt
Die DDR war immer auch mit anderen Teilen der Welt verbunden.
Viele Menschen kamen als Gastarbeiter – unter anderem aus Vietnam, Kuba und Mosambik.
In Mosambik ist Hirse bis heute ein Grundnahrungsmittel.
Sie wächst auch hier gut: genügsam, widerstandsfähig und ideal für trockene Böden.
Unser Eintopf ist davon inspiriert – nicht als Kopie, sondern als Verbindung:
ein Gericht, das zeigt, wie nah sich unterschiedliche Küchen manchmal sind.
🌶️ Oktober – Wärme und Gewürze
Zum Abschluss der Saison wird es herbstlich.
Der Oktober greift verschiedene kulturelle Strömungen auf – vom jüdischen Leben der 1920er und 1930er Jahre bis zu den Einflüssen, die geflüchtete Menschen heute nach Brandenburg bringen. Die Levante und der Nahe Osten.
Linsen und Kichererbsen gehören zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt.
Sie wachsen auch auf unseren sandigen Böden gut und liefern genau das, was man in der kühleren Jahreszeit braucht.
Unsere letzte Suppe ist deshalb würzig, warm und kräftig – ein ruhiger Ausklang der Saison.
🌱 Zum Schluss
Alle unsere Suppen sind vegan gekocht. Wer möchte, kann sie mit Leckereien vom benachbarten Fleischermeister Jan Teuser ergänzen.
Im Mittelpunkt steht aber immer das, was da ist:
Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte – aus der Region, aus der Saison und mit einer Geschichte.

Erlebe die Kultursaison 2026 in Steinhöfel auf dem Thierbachshof


